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Umweltmanagment:
eine Chance für das Handwerk in Südtirol

 

 

 

Ob Öko-Audit oder ISO 14001 - die Einführung von Umweltmanagementsystemen
stellt eine wichtige Wende im betrieblichen Umweltschutz dar.
 

In 11 Südtiroler Handwerksbetrieben wurden letztes Jahr Versuche durchgeführt. Die Holz verarbeitende Branche war durch drei Tischlereien vertreten, die nun unter dem Beistand der Landesagentur für Umwelt und Arbeitsschutz bis zur Zertifizierung begleitet werden. Die Metall verarbeitende und die Lebensmittelbranche werden von der Universität Innsbruck betreut. Insgesamt war die Resonanz über die Beteiligung an der Öko-Audit-Verordnung der EG durchwegs positiv, so dass nun ein großes Interesse von Seiten der gesamten Wirtschaft an der EMAS-Verordnung zu verzeichnen ist. Die Umweltagentur hat sich bei ihren Bemühungen um das EG-Öko-Audit zum Ziel gesetzt, branchenspezifische Leitfäden für die Umsetzung von Umweltmanagementsystemen zu erarbeiten. Das Ziel von Umweltmanagementsystemen besteht darin, die wichtigsten Umweltauswirkungen eines Betriebes zu identifizieren und unter Kontrolle zu halten. Regelmäßige Umweltbetriebsprüfungen helfen, die umweltbezogenen Leistungen eines Unternehmens kontinuierlich zu verbessern. Es besteht nicht nur ein Nutzen für den allgemeinen Umweltschutz, sondern vor allem ein Imagegewinn für das Unternehmen. Ein Umweltmanagementsystem verbessert die betriebliche Organisation insgesamt und steigert die Motivation der Mitarbeiter. Durch das Erkennen von Einsparpotenzialen im Energiebereich, beim Wasser, bei der Lagerhaltung usw. kann erheblich eingespart werden.

Klein- und Mittelbetriebe im Vorteil

Vor allem Handwerksbetriebe haben in dieser Hinsicht ein großes Potenzial. In einem kleinen Betrieb bekommt die Geschäftsleitung ein Problem viel einfacher in den Griff, da der gesamte Firmenablauf viel überschaubarer ist als in einem Industriebetrieb. So können z.B. Aufträge gezielt eingeholt werden, die bei der Materialbeschaffung den Umweltschutz berücksichtigen. Die Schritte hin zu einem Umweltmanagementsystem sind in einem kleinen Betrieb viel einfacher zu vollziehen, und der Umweltgedanke kann trotz geringerer Dokumentation effizienter vermittelt werden.

Südtirols Handwerk hat viel Energie

Wenn es um Energieeinsparung und den Einsatz von regenerativen Energieträgem geht, kommt Südtirols Handwerksbetrieben eine bedeutende Rolle zu. Die Aufgeschlossenheit gegenüber technischen Neuerungen, der Blick über die Grenzen und der Rat an den Energieverbraucher tragen wesentlich zur Umsetzung von Sparmaßnahmen bei. Ohne die konkrete und fachmännische Umsetzung der Maßnahmen zur Energieeinsparung durch die Handwerker blieben die gesetzlichen Rahmenbedingungen ohne Folgen. Auch die Tischler und die Sägewerker spielen eine bedeutende Rolle, wenn es darum geht, den Einsatz des erneuerbaren Energieträgers Holz voranzutreiben. Zudem wird der Eigenverbrauch an Energie für Raumheizung und Trockenkammern meist über eine Hackschnitzelanlage gedeckt. Das Ressort für Natur- und Umweltschutz, Wasserwirtschaft und Energie hat mit dem Landesverband der Handwerker und mit der Gemeinschaft Südtiroler Sägewerker (GSS) eine enge Zusammenarbeit begonnen. So wurde beispielsweise im Rahmen einer Arbeitsgruppe ein Schulfilm über den Einsatz von Biomasse in Fernheizwerken und Hackschnitzelanlagen ausgearbeitet. Im Frühjahr dieses Jahres ist in Zusammenarbeit mit der GSS ein Seminar über Biomasse geplant.

Gewässerschutz

Bei Tankstellen, Kfz-Waschplätzen, mechanischen Werkstätten und dort, wo mit Mineralölen hantiert wird, müssen Mineralölabscheider eingebaut werden. Die Gefahr einer Wasserverunreinigung ist zu groß, wenn man bedenkt, dass 1 Liter Öl über 1 Million Liter Wasser verschmutzt. Mit dem Mineralölabscheider sollen Waschwasser, sonstige betriebliche Abwässer oder Niederschlagswasser von Mineralölen gereinigt werden, bevor sie in die Kanalisation eingeleitet werden. Lösungsmittel, insbesondere chlorierte Kohlenwasserstoffe, Frostschutzmittel-, Batteriesäure- und Bremsflüssigkeitsrückstände gehören nicht in die Kanalisation, sondern sind in Behältern zu speichern und als Sonder- bzw. Giftmüll zu entsorgen. Bei Sonderfällen wie kleinen Werkstätten, Sammelgaragen, Autoelektrikern usw. kann auf einen Abscheider verzichtet werden.
Bei Karosserie- bzw. Lackierbetrieben werden zur Vermeidung von Problemen Trockenverfahren angeraten. Andernfalls sollen für den nass abgeschiedenen Schleifstaub ausreichend große Absetzbecken verwendet werden. Für Lackierkabinen mit Nassabscheidung der Spritznebel, insbesondere in Karosseriebetrieben und Holz und Metall verarbeitenden Betrieben, ist in Anbetracht der geringen Abwassermengen bei Entleerung der Bodenwanne ein entsprechend großes Speicherbecken ohne †berlauf zu errichten. Der Inhalt ist gemäß den Bestimmungen für Sonderabfälle durch amtlich befugte Entsorgungsunternehmen zu entsorgen.