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Handelskammer
unterstützt
das Handwerk

 

Handelskammer unterstützt das Handwerk

 

 

Das Handwerk ist eine der stabilen Säulen der Südtiroler Wirtschaft; es stellt ein Drittel aller Betriebe und ist vor allem der größte private Arbeitgeber in unserem Lande, da es 17 Prozent aller Berufstätigen beschäftigt.
 

Es handelt sich dabei in der Mehrzahl um Kleinbetriebe mit durchschnittlich 3 Beschäftigten (nur 13 Prozent der Betriebe haben mehr als 5 Beschäftigte), welche, was den Markt anbelangt, ihre größte Aufgabe in der Nahversorgung erfüllen. Angesichts dieser primären Funktion und der kleinbetrieblichen Struktur ist der Absatz der Südtiroler Handwerksbetriebe zu 84 Prozent auf den heimischen Markt ausgerichtet; zirka 10 Prozent der Produkte setzt das Handwerk auf dem nationalen Markt und nur 6 Prozent derselben auf den Auslandsmärkten ab.
Vergleichsweise dazu liefert die Südtiroler Industrie über 40 Prozent ihrer Produktion ins Ausland. Am stärksten auf die Auslandsmärkte ausgerichtet sind die Bereiche Baustoffe (16% Auslandslieferungen) und Holzverarbeitung (11%). Es muss aber beachtet werden, dass statistische Daten Durchschnittswerte vermitteln, was heißt, dass wenn die Mehrzahl der Handwerksbetriebe zwar auf den heimischen Markt ausgerichtet sind, trotzdem eine größere Anzahl von Betrieben auch auf den nahen Auslandsmärkten präsent sind. Der Absatzradius wächst dabei mit zunehmender Betriebsgröße.
Immerhin verzeichnet das Handwerk 7,5 Prozent der gesamten Exporte Südtirols.
Über 100 Betriebe beteiligen sich dabei auch an Auslandsmessen, entweder als Einzelaussteller oder im Rahmen von Gemeinschaftsschauen, welche durch das Land Südtirol und die Handelskammer organisiert werden.

Gemeinschaftsausstellungen auf Messen

Zur Förderung der Auslandstätigkeit der Handwerksbetriebe setzt die Handelskammer eine Reihe von Initiativen.
Mit Unterstützung der Landesverwaltung organisiert die Handelskammer jährlich etwa zwanzig Gemeinschaftsausstellungen. Im Ausland beteiligt sich das Handwerk insbesondere an den Gemeinschaftsausstellungen auf der Internationalen Handwerksmesse und auf der Heim und Handwerk in München, an der Frankfurter Ambiente, an der Innsbrucker Messe und an der Alles für den Gast in Salzburg. Unter Berücksichtigung, dass 61 Prozent der gesamten Ausfuhren Südtirols in die Bundesrepublik Deutschland und 8 Prozent nach …sterreich gehen, ist es verständlich, dass diese beiden Auslandsmärkte auch für das Handwerk die wichtigsten sind. Auf den fünf genannten Messeplätzen stellen auf einer Ausstellungsfläche von insgesamt 1600 Quadratmetern 160 Handwerksbetriebe mit Erfolg aus.

Kooperationsveranstaltungen

Die Abteilung Außenwirtschaft der Handelskammer ist insbesondere auch in der Kooperationsvermittlung tätig. Verschiedene Handwerksbetriebe konnten sich so an den von der EU geförderten Kooperationsbörsen INTERPRISE beteiligen. Erfolgreich waren im letzten Jahr besonders die Beteiligungen an der INTERPRISE Lebensmittel in Linz sowie INTERPRISE Maschinenbau in Rosenheim, beide mit internationaler Länderbeteiligung. Die Handwerksunternehmen nehmen aber auch den Außenwirtschafts- und Europa- Informationsdienst der Handelskammer in Anspruch.

Schutzmarke für vollständige Handarbeit

Stark exportorientiert ist gerade das Grödner Kunsthandwerk. Die Tatsache, dass die Handelskammern durch die Anbringung einer international registrierten Schutzmarke und die Ausstellung einer Bescheinigung für die ausschließliche Handarbeit garantiert, gestattet es, die Handwerksarbeiten von den industriellen Erzeugnissen zu differenzieren und somit die Absatzchancen zu verbessern.

Geografisch geschützt: Südtiroler Speck

In Zusammenarbeit mit dem Konsortium für die Förderung des Südtiroler Markenspecks, welchem 20 Handwerksbetriebe angehören, wurde die Unterschutzstellung auf EU-Ebene des Südtiroler Markenspecks erreicht. Im Auftrag des Konsortiums wird von der Handelskammer die gemeinsame Werbe- und Absatzförderungstätigkeit betreut, welche dazu beitragen wird, die Marktposition für dieses typische Südtiroler Produkt zu festigen.

Arbeiten über die Grenze

Da Kleinbetriebe, um Arbeiten über die Grenze hinweg durchzuführen, nur selten in der Lage sind, im betreffenden Ausland eine Niederlassung anzumelden, sind sie umso mehr interessiert, direkt über die Grenze zu arbeiten (Dienstleistungsverkehr). Für die Durchführung von Arbeiten in Tirol und Vorarlberg haben die Handelskammern von Bozen,
Trient, Tirol und Vorarlberg gemeinsame Richtlinien herausgegeben. Nach diesen darf ein Südtiroler Unternehmen, das in Südtirol zur Ausübung der Tätigkeit befugt ist, grundsätzlich im Kalenderjahr bis zu sechs Monate grenzüberschreitend tätig sein.

International wettbewerbsfähig

Auch wenn das Handwerk vergleichsweise zur Industrie weniger auslandsorientiert ist, bestätigen uns alle Auftritte im Ausland, dass das Südtiroler Handwerk sich international mehr als behaupten kann. Die ausgezeichnete Auftragslage in den letzten Jahrzehnten gestattete außerdem eine sehr positive Entwicklung.